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Ein Social Media Feuerwerk – das White Ravens Festival 2012

20. Juli 2012 | 5 Comments

 

Heute geht das zweite White Ravens Festival für Internationale Kinder- und Jugendliteratur zu Ende. Was während der Festival Woche geschah (15.07.-20.07.2012), war phänomenal: 80 Veranstaltungen in München und in 35 Städten und Gemeinden in Bayern brachten Literatur Jugendlichen und Erwachsenen näher. Phänomenal war aber auch die Social Media Begleitung des Festivals – hierfür ein großes Kompliment! Die ausführliche Dokumentation dieser Maßnahmen überlassen wir dem Web2.0-Team des Festivals. Was aber seit Spätherbst 2011 bis heute auf die Beine gestellt wurde, kann als Inspiration für Kulturinstitutionen dienen. Illustriert wird wie Social Media erfolgreich für eigene Projekte, Ausstellungen o.ä. einsetzbar ist. Dabei geht es hier keinesfalls um eine eins zu eins Übertragung der Aktivitäten. Das wäre schwierig, da jedes Projekt anders gestrickt ist und zielorientiert aufgebaut werden muss. Das Web-Team des White Ravens Festival zeigt Möglichkeiten der Nutzung von Social Media für den Kultursektor auf.

Die Bayerische Sparkassenstiftung fördert die Pilotstudie „Jugendliteratur und Soziale Netzwerke (JL2.0)“, die mit dem Ende des Festivals im August 2012 ausläuft. Kulturschaffende können von der vorbildlichen, weil transparenten Dokumentation profitieren – ein Hort der Inspiration für realisierte Partizipation.

 

Welche Social Media Kanäle wurden eingesetzt?

Blog, Facebook, Twitter, youtube, vimeo, flickr, Pinterest werden bespielt. Zuletzt kommt noch die persönliche Hommage des betreuenden Social Media Managers auf rebelmouse hinzu. Und wer weiß, ob damit das digitale Feuerwerk erschöpft ist. Wir sind neugierig.

Facebook – das Plakat

Aktuell sind es 2.855 Fans – eine stramme Leistung, denn die White Ravens sind erst seit dem 7.12.2011 auf Facebook präsent. Die Blogposts werden manuell eingepflegt, was den Vorteil der größeren Wahrnehmung der Fans bewirkt. Automatisierte Facebookposts erzielen nicht dieselbe Reichweite wie manuelle Posts. Das liegt an den persönlichen FB-Einstellungen der Fans. Dafür fehlt eine anklickbare Historie der Blogposts, wie sie von automatisierten Programmen auf Facebook angelegt wird. Sehr schön erkennbar ist die Taktung der Posts, die natürlich seit Juni zugenommen hat und kurz vor dem Festival und währenddessen mit mehreren täglichen Posts explodiert ist. Gefühle und Stimmungen werden über Bilder und vor allem auch über das Video Tagebuch der Situli Mittelschule transportiert – Partizipation wird nicht nur groß geschrieben, sondern auch gelebt – toll!

Twitter – die Echtzeit Kommunikation

Den Twitter Account gibt es seit zehn Monaten, mittlerweile sind es ca. 1.165 Followers. Während Facebook als digitales Plakat mit Interaktionsmöglichkeit und als Verbreitungsmedium fungiert, präsentiert Twitter eine Echtzeit Kommunikation. Durch bestimmte Social Media Tools (bsp. Hootsuite) können Tweets vorprogrammiert werden. Somit wird ein Grundrauschen im Netz erzeugt. Gleichzeitig ergibt sich über Twitter eine mittelbare Teilhabe am jeweiligen Event bzw. ein digital unmittelbarer Austausch wird forciert. Mit Beginn des Festivals kann auf Twitter unter dem Hashtag #wrf12 ein dauerhafter „Tweetup“ erlebt werden – und es wird nicht langweilig. Analoge und digitale Teilhabe bei den Lesungen und Veranstaltungen gehen hier Hand in Hand. Klasse wäre eine Dokumentation auf Storify.

Blogs – die Magazine der Veranstaltung

Der Plural ist richtig, denn es werden zwei Blogs auf posterous eingesetzt. Das White Ravens Festival Blog, das auf Englisch und Deutsch über Veranstaltungen nicht nur ausführlich berichtet, sondern Gastautoren zu Wort kommen lässt. Vor allem die Sichtweise Jugendlicher auf Literatur und auf Social Media Plattformen setzt den angestrebten Dialog mit der Zielgruppe um. Die Taktung nimmt mit Festivalnähe zu: Waren es von Februar bis Juni zwischen 11 und 14 Blogposts pro Monat, sind es im Juli sagenhafte 53 Posts.

Das zweite Blog ist „Das Nest – das Dokumentations-Blog zum Projekt JL2.0“. Ein großes Lob für die hier gelebte Transparenz der Social Media Aktivitäten. Denn hier wird Zielsetzung, Zwischenbericht (Post zur MUSEO-Blog-Parade), sehr offene Bewertung der Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Zusammenfassende Startschuss zur Echtzeitübertragung des Festivals und Auswertung der Maßnahmen analysiert – ein absolutes Lesemuss für Kulturschaffende, denn hier wird auch erklärt, warum welche Plattform benutzt wird.

 

Der Spannungsbogen wird auf den verschiedenen Social Media Plattformen in idealer Weise aufgebaut und gehalten. Vernetzung der Kanäle und Vernetzung im Web 2.0 realisieren einen erfolgreichen Dialog mit der Zielgruppe. Partizipation ist hier keine leere Worthülse, sondern sie wird gelebt. Dafür danken wir dem Web2.0-Team der White Ravens – merci für ein tolles Festival!

 

White Ravens Festival 2012 – Erste Eindrücke des Webteams from Internationale Jugendbibliothek on Vimeo.

 

 

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Comments (5)

  1. Vielen Dank für diese sehr treffende Analyse!

    Für mich als Konzeptor und Entwickler dieses Projekts war es ein spannendes Experiment, ob Jugendliche sich über die sozialen Netzwerke für das Thema Buch begeistern lassen. Das hat das IJB-Web-Team aber mit seiner langjährigen Erfahrungen und seinem Schul-Netzwerk hervorragend gemeistert.
    Ich habe selbst sehr viel gelernt (s.a. http://on.fb.me/NCZ8Lg) und freue mich auf die gemeinsame Auswertung und die Überführung des Gelernten Social-Web-Know-Hows in die tägliche Arbeit der IJB.
    Ich werde das engagierte Team und die am selben Strick ziehenden Förderer, Direktion und MitarbeiterInnen sehr vermissen und hoffe, sie werden viele weitere Kultureinrichtungen an ihrem Wissen teilhaben lassen.

  2. Andrea Delumeau

    Ein toller Artikel, der den Vorbildcharakter der social media Begleitung des Festivals gebuehrend unterstreicht!

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