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Was für ein Rauschen! Nachlese zum ersten bundesdeutschen Museumstweetup #IMT13

14. Mai 2013 | 5 Comments

Hörst du, wie die Brunnen rauschen?
Hörst du, wie die Grille zirpt?
Stille, stille, laß uns lauschen,
Selig, wer in Träumen stirbt.
Clemens Brentano

Manche Geräusche sind nicht zu überhören. Der über den Hashtag #IMT13 bewirkte Social Impact des Internationalen Museumstags und der in diesem Rahmen durchgeführten 16 Tweetups in verschiedenen Städten und Institutionen war in Akustik, Wucht und Wahrnehmung ziemlich laut. Um den hochverehrten Brentano ins 21. Jahrhundert zu überführen: es war wohl eher der Geräuschpegel eines Airbus, als der einer Grille, der sich da dem twitternden Publikum in die Timeline legte. Gut und gern 4.000 Tweets produzierten bundesweit am 12. Mai ein digitales Wummern mit einer Unique Reach von 217.000 Tweets bzw. 621.000 Retweets und einer Absolute Reach von knapp 5.000.000 (gemessen mit Socialping).

Absolute Reach zum Hashtag #IMT13 vom 11.05. - 13.05. (Socialping)

Absolute Reach zum Hashtag #IMT13 vom 11.05. - 13.05. (Socialping)

Hohe Qualität

Die erstaunlich hohe Zahl der Retweets belegt wohl gleichermaßen das deutliche Engagement der teilnehmenden oder reflektierenden Twitterer, wie es auch die durchgehend hohe inhaltliche Qualität der Tweets bezeugt. Den Idealfall, dass die Kurzmitteilungen in 140 Zeichen sich eben nicht in Anmerkungen, Aphorismen oder Sudelkommentaren erschöpfen, sondern informativen Mehrwert tragen und subjektive Erfahrungen bzw. verbindendes Gemeinschaftserlebnis dokumentieren und als kognitive Ressource beweisen, dürften einige der Tweetups belegt haben:

Tweets und Retweets zum Hashtag #IMT13 vom 11.05. - 13.05. (Socialping)

Tweets und Retweets zum Hashtag #IMT13 vom 11.05. - 13.05. (Socialping)

Dokumentationen zu den Tweetups

Tatsächlich machen eine Vielzahl der zwischenzeitlich via Storify nachlesbaren Tweets deutlich, daß zahlreiche der veranstaltenden Institutionen und Organisationen bestens vorbereitet in die Veranstaltungen gingen:

Top-Akteure und prominente Teilnehmer

Die Statistiken zeigen, dass Top-Akteure bei den Tweetups bis zu 100 Tweets aus einzelnen Veranstaltungen schickten, während prominenten Mit-Twitterer wie Ai Weiwei @aiwww (214.490 Follower) oder  Jürgen Buergin @JuergenBuergin (18.141 Follower) mit ihren großen eigenen Communities zur weiten Streuung der Tweets beitrugen. Im Grunde war es dann nicht erstaunlich, dass sich der #IMT13 zum Trending Topic für Deutschland auf Twitter entwickelte:

Formatvarianten

Die Vielzahl der im Kontext der Veranstaltung durchgeführten Formatvarianten, vom digitalen Twittersalon im Bode-Museum Berlin bzw. im Museum Burg Posterstein über den Kölner Powermarsch mit “Kultur auf die Hand”-Effekt durch mehrere Museen (ähnlich auch die Aktion “Blauer Vogel” in München) bis zu den klassischen Tweetups mit Führungen in einzelnen Institutionen (Lokschuppen Rosenheim, Museum für Kommunikation Frankfurt, Verkehrsmuseum Dresden oder Kunstpalais Erlangen), markieren doch recht deutlich die vielen Möglichkeiten dieses digitalen Formats.

Vernetzung und Kommunikation

Selbst Zwischenformate wie die Twitterstunde im Jüdischen Museum Berlin, die Sammlung #BlauerBlumen des “Impuls Romantik“, die Twitteraktion für das Kölner Stadtarchiv, der Spontan-Tweetup im MARTa Herford oder einfach nur die Info über digitale Aktionen im Museum Körnigreich bereicherten den Museumstag in seiner digitalen Ausprägung um spannende Farben. Und besonders interessant werden diese Farben, wenn die einzelnen Tweetups und Teilnehmer an den unterschiedlichen Orten damit beginnen in einen Dialog zu treten, sich gegenseitig auszutauschen und mit Motiven und Themen zu spielen. So war die “Heldenreise” eben nicht nur bewusst gesetztes Thema der von den Herbergsmüttern erstklassig angeleiteten Twitterer in Köln, sondern auch Motiv bei “Alexander dem Grossen” in Rosenheim und an anderen Orten. Genau solche Interaktionen machen die Potentiale der digitalen Vernetzung deutlich, die gerade der digitale Raum den Institutionen und Teilnehmern ermöglicht.

Filed in: Allgemein, IMT13, Tweetups | Tags: , , , , ,

Comments (5)

  1. Es war ein Festtag! Danke, liebe Kulturkonsorten. Das haben wir alle gut gemacht. Ich habe am Sonntagabend noch lange Tweets nachgelesen und ganz neue Museen für mich entdeckt. Schöne, poetische und hochinteressante Tweets waren darunter, die Lust aufs Entdecken machten.
    Wir hier in Köln waren natürlich auch sehr glücklich, weil alles so wunderbar geklappt hatte – und wir meist sogar Netz hatten ;-).

  2. Der #IMT13 war großartig – vielen Dank noch einmal an alle Organisatoren!

    Auf Burg Posterstein hat das Tweetup großes Interesse, zum Teil auch große Verwunderung ausgelöst. Es sollen Smartphones gekauft, Twitter-Accounts eingerichtet worden sein und selbst die Lokalpresse erwägt nun zu twittern. Wir sind begeistert, was das Medium bewirken kann und wie reale und virtuelle Welt in Berührung kommen können.

    Herzliche Grüße, Marlene

    • Klasse, – wir freuen uns natürlich wenn das Format “Tweetup” so einen Nachhall verursacht! Als Reibungsfläche und Initialereignis hat es nun schon so manches Museum zum Nachdenken, Positionieren und Agieren im Digitalen geführt.

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