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Eine echte Leselawine zum Literaturfest #litmuc13

25. Oktober 2013 | 1 Comment

Die #Leselawine
Per definitionem leitet sich das Wort “Lawine” vom lateinischen labīna „das Rutschen, Gleiten“ ab. Und erfahrungsgemäß werden bei einer Lawine  ”große Massen bewegt”. Ein massives “Rutschen” hat offenbar das Literaturfest München 2013 mit der sog. “Leselawine” ausgelöst. Bei der digital initiierten Aktion werden die Teilnehmer dazu aufgerufen, den ersten Satz eines Buches vorzulesen und per Videoaufzeichnung ins Netz zu stellen. Und jeden Tag werden es mehr, die sich in das Format gleiten und von den ersten Sätzen bewegen lassen. Die einzige Vorgabe: “Der erste Satz ist in jedem Buch etwas Besonderes. Die Passage, die Autorinnen und Autoren – so glauben wir Leser zumindest – am meisten Kopfzerbrechen bereitet. Und die uns fesseln soll und begeistern, die Lust machen soll auf mehr. „Ilsebill salzte nach.“ – dieser Beginn von Günther Grass’ „Der Butt“ wurde 2007 zum schönsten ersten Satz eines deutschen Romans gekürt. Er ist hervorragend, keine Frage. Aber er ist eben nur einer von unzähligen ersten Sätzen. Deshalb starten wir – gemeinsam mit Euch – die Leselawine. Auch, um all diejenigen ersten Sätze bekannter zu machen, von denen man vielleicht noch nie etwas gehört hat.”

  

Instagram, Vine und YouTube
Die Aktion läuft nun seit gerade mal einer Woche und immer mehr Leser lesen, filmen und montieren ihre Beiträge zu kleinen Kurzvideos. Diese werden auf Plattformen wie Instagram, Vine, YouTube oder einfach via Twitter geteilt und sind dort über die Hashtags #leselawine und #litmuc13 zu finden. Man möchte beinahe von einer rauschhaften Verzückung sprechen, wenn man beobachtet, wie vielfach Leser gleich mehrfach, fast täglich, Beiträge einreichen und zuweilen sogar kleine Kompositionen liefern, die mit Hintergrundsound und durchdachten Bildschnitten arrangiert werden. Offensichtlich kommt da jede Menge Spaß und Leidenschaft zum tragen.

  

Bibel, Bernhard, Böll 
Erstaunlich ist dabei auch, was alles vorgelesen wird: Von der Bibel über Thomas Bernhard, Heinrich Böll, Siegfried Lenz, Truman Capote, und Marc Twain bis Bernhard Schlink, Peter Handke, Ilja Trojanow, Douglas Adams oder Roger Willemsen. Klassiker, zeitgenössische Literatur und Kinderbücher sind dabei, wie erotische Literatur und Kriminalromane. Nicht jeder Vorleser verrät den gelesenen Titel und so bleibt es der Kenntnis des Hörers überlassen, sich durch die Weltliteratur zu spekulieren.

Vielfältige Montagen zur Literatur 
Die Teilnehmer filmen Seiten aus den vorgelesenen Büchern, Fotografien, Straßenszenen, Schreibmaschinen, blinkende Herzen oder einfach sich selbst. Nicht jeder greift das erste Buch auf seinem Nachttisch, sondern geht offenbar ans heimische Bücherregal und sucht seine Favoriten heraus. Und zuweilen ist auch manche Stimme zu hören, der man gerne länger zuhören wollte.

  

Wer dann die echten Autoren hören möchte, dem sei das Programm des Literaturfest München 2013 (06.11. – 24.11.13)  empfohlen. Alle Informationen zum Literaturfest auf der Website oder dem Blog zur Veranstaltung: blog.litmuc.net

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