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#shrigpin: das Lookbook zum Tweetup

7. April 2014 | 3 Comments

david shrigley No Photo Pinakothek der Moderne Muenchen ©Vivi D'Angelo

Vergangenen Samstag fand unser #shrigpin Tweetup statt.

#shrigpin, das steht einmal für “Shrigley” – das ist der Künstler – und “Pinakothek” – das ist der Ort, andem ab kommenden Freitag seine erste deutsche Ausstellung gezeigt wird.

Im Grunde ist die Geschichte diese: David Shrigley hat eine Skulptur gemacht, sie in die Pinakothek der Moderne gebracht, und sie dort in einen geheimen, versteckten Raum gestellt. Nun sollen sie hundert Zeichner verschiedenster Art abmalen, bevor sie zerstört wird. Zu sehen gibt es also in der Ausstellung die Zeichnungen, und die Trümmer. Klingt simpel, ist es aber garnicht: schon am Samstag durften wir einige Einblicke bekommen, durch die ganz klar wurde: das ist alles Andere als “nur” eine Zeichenausstellung!

Das Tweetup fand also noch während der Zeichenphase statt – und ja, wir durften die Secret Sculpture auch und exklusiv sehen und sie in Worte fassen. Oberstes Gebot allerdings: No Photo! Die Secret Sculpture darf nur in Wort und Zeichnung festgehalten werden.

Ein paar Nachberichte des Tweetups könnt ihr auf Twoinarow, bei Christian Gries und Sabine Scherz finden. Hier gibt es meine visuellen Eindrücke (und keine Fotos der Secret Sculpture) dazu:

tweetup der kulturkonsorten mit david shrigley in der pinakothek - © vivi d'angelo (1)

Die ersten an der Startlinie in Richtung “Secret Room”: die Zeichner. Ganz rechts steht Künstler David Shrigley und droht jedem, den er mit Kamera sieht, mit seiner knallgelben Tüte.

tweetup der kulturkonsorten mit david shrigley in der pinakothek - © vivi d'angelo (7)

Die Twitterer werden von Künstler und Kurator empfangen: David Shrigley erzählt das Konzept der “Secret Sculpture” und die Idee der Ausstellung “Drawing”. Die Einführung durch Shrigley und Prof. Dr. Schwenk kann man sich übrigens hier im Video nochmal anschauen.

Christian Gries erklärt noch schnell die technischen Eckdaten zum Tweetup…

… dann ist Kurator Bernhart Schwenk wieder an der Reihe. Das Wichtigste an der ganzen Sache wiederholt er auch nochmal: NO PHOTOS! Spätestens hier halte ich meine Kamera schon im krampfhaften Klammergriff fest und bin bereit, im Fall eines Angriffs um mein Leben zu rennen.

Die Twitterer lauschen gespannt und sind schon fleißig am Tippen, Mitschreiben und (jetzt noch) knipsen.

tweetup der kulturkonsorten mit david shrigley pinakotheken _ vor dem zeichenraum ©Vivi D'Angelo (1)

Es geht los: wir nähern uns dem geheimen Raum, indem die “Secret Sculpture” versteckt ist. Nur etwa 150 Leute dürfen diese Skulptur sehen – das sind die Zeichner, und wir. Kurz vor der Ausstellung wird die Skulptur zerstört. Gezeigt werden nur die Zeichnungen, und die Scherben der Skulptur.

Die Spannung steigt: wir kommen in das Vorzimmer des geheimen Zeichenraums.

Hier erzählt Dr. Schwenk, wie bunt gemischt die Gruppe der Zeichner ist: es sind alle Altersgruppen dabei, von Jung bis alt, sowie Leute mit ganz unterschiedlicher Expertise und Hintergrund: unter anderem Illustratoren, Gerichtszeicher, Phantomzeicher, Maler, Bildhauer.

Noch halten alle fotografisch fest, was geht. Besonders beliebt ist das Foto vom “No Photo”-Zeichen.

tweetup der kulturkonsorten mit david shrigley pinakotheken _ vor dem zeichenraum ©Vivi D'Angelo (9)

Antje Lange, Online-Redakteurin der Pinakotheken, twittert auch im Namen des Hauses emsig mit.

Einige der Zeichen- und Malmaterialien, die den Zeichnern zur Verfügung gestellt werden.

Die Zeichner suchen sich ihr Malmaterial aus. Einzige Vorgabe: Format A2, und Hochkant.

Mit dem Bogen unterm Arm verschwinden sie nach und nach im “Secret Room”…

… und die Twitterer stürmen hinterher.

Prof. Dr. Schwenk kümmert sich an diesem Punkt persönlich darum, meine Kamera “in Sicherheit zu bringen” (so nennt er das) ;) damit ich auch zur Secret Sculpture reinkann.

Ich versuche, meine Eindrücke anderweitig zu verarbeiten und in die Welt zu setzen und twittere verzweifelt ein paar meiner wirren Gedankengänge:

Letzten Endes kann ich aber meinen Drang, das festzuhgalten, was ich da sehe, nur stillen, indem ich auch zu Bleistift und Papier greife.

Ich zeichne also, um die schlaksige Gipsfigur vor mir irgendwie zu verewigen, und verewige mich selbst mit einer Zeichnung, die in der Pinakothek ausgestellt werden wird. Ich gehe wieder raus, und meine Kamera existiert noch. Der Tag ist definitiv ein Gesamterfolg.

Wieder aus dem geheimen Raum aufgetaucht, zeigt uns der Dr. Schwenk einige der Zeichnungen, die in den vergangenen Tagen schon entstanden sind.

Schon allein beim Einblick dieser zehn Zeichnungen kann ich es kaum abwarten, die Ausstellung zu sehen. Die bunte Vielfalt, die entsteht, wenn verschiedene Menschen die einfache Vorgabe haben, dieselbe Sache wiederzugeben, ist einfach toll.

David Shrigley macht Kunst, die Andere zum kreativ werden auffordert. Kreativer als so geht es garnicht. Wenn ich’s mir jetzt so recht überlege, wünsche ich mir, ich hätte auch ein Selfie mit ihm.

Zum Nachhausegehen bekommt jeder von uns noch ein paar Shrigley-Giveaways.

1000 Dank an den Künstler, die Pinakothek und das wunderbare Team dass uns begleitet hat und uns diese aufregenden Einblicke erlaubt hat.

Spätestens jetzt sind wir alle #shrigleygroupies.

 

Alle Fotos: Vivi D’Angelo

 

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